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Prop-Firm-Risikoregeln

Daily Drawdown bei Prop Firms: Balance, Equity und Reset-Zeit berechnen

Der Prozentsatz allein reicht nicht: Balance, Equity, offene P/L, Kosten und Reset-Zeit bestimmen die tatsächliche Verlustgrenze.

Pocket Forex · 7 Min. Lesezeit
Trading-Arbeitsplatz mit Marktcharts zur Überwachung des täglichen Drawdowns bei Prop Firms

Die kurze Antwort

Der Daily Drawdown legt fest, welchen Mindestwert ein Konto während des von der Prop Firm definierten Handelstags nicht unterschreiten darf. Der Prozentsatz allein genügt nicht: Gemessen werden können Balance oder laufende Equity; offene Gewinne und Verluste, Kommissionen und Swaps können mitzählen; der Reset kann in einer anderen Zeitzone stattfinden. Formuliere die Regel vor dem ersten Trade als Rechenformel.

Diese fünf Angaben müssen feststehen

  • Bezugswert: Startbalance, Tagesanfangs-Balance, Vortagesschluss oder der höhere Wert aus Balance und Equity
  • Verlustspielraum: fester Geldbetrag oder Prozentsatz
  • Überwachter Wert: geschlossene Balance, Live-Equity oder eine andere Definition
  • Einbezogene Kosten: Kommissionen, Swaps und weitere Gebühren
  • Reset-Regel: genaue Uhrzeit, Zeitzone und Sommerzeit

Balance und Equity sind nicht austauschbar

Die Balance ändert sich nach dem Schließen von Trades oder dem Buchen von Kosten. Die Equity berücksichtigt zusätzlich offene Positionen. Bei 50.800 USD Balance, −2.100 USD offener P/L und −100 USD Kosten beträgt die Equity nur 48.600 USD. Liegt die Grenze bei 48.500 USD, bleiben lediglich 100 USD Puffer.

Rechenbeispiel mit fester Tagesgrenze

Angenommen, ein hypothetisches 50.000-USD-Konto erlaubt täglich 1.500 USD Verlust und fixiert die Grenze anhand der Balance beim Reset: minimale Equity = Reset-Balance − täglicher Verlustspielraum. Die Grenze liegt bei 48.500 USD.

Nach 600 USD realisiertem Gewinn beträgt die Balance 50.600 USD. Danach entstehen −2.050 USD offener Verlust und 100 USD Kosten; die Equity fällt auf 48.450 USD. Die Grenze ist verletzt, obwohl die geschlossene Balance im Gewinn liegt. Das Beispiel beschreibt eine mögliche Regel, keinen Branchenstandard.

Die Falle der Reset-Zeit

„Täglich“ bedeutet meist die Uhr der Firma, nicht deine lokale Mitternacht. Das veröffentlichte FTMO-Beispiel berechnet um Mitternacht CE(S)T neu und berücksichtigt geschlossene sowie offene Ergebnisse, Kommissionen und Swaps. Der Hinweis vom März 2026 zeigt außerdem, warum die Sommerzeit relevant ist.

Statisch, täglich neu berechnet oder trailing

  • Statische Grenze: bleibt an einen festen Referenzwert gebunden
  • Tägliche Grenze: wird beim Reset aus Balance oder Equity neu berechnet
  • Trailing-Grenze: steigt nach neuen Höchstständen; teilweise nur auf Tagesendbasis

Der Begriff Drawdown verrät die Formel nicht. Entscheidend sind der aktuelle Regeltext und das Beispiel für dein konkretes Programm.

Die interne Stop-Grenze gehört über die Regelgrenze

Eine praktische Formel lautet: interner Equity-Stop = Firmengrenze + Ausführungspuffer + Kostenpuffer für offene Orders. Dieser Abstand fängt Spread-Ausweitungen, Slippage, Kommissionen, Swaps und abweichende Copy-Exits ab. Er vergrößert nicht das Firmenlimit, sondern beendet den Handel früher.

Warum Copy Trading über mehrere Prop-Konten anspruchsvoller ist

Reset-Zeiten, Formeln, Kontraktgrößen und Ausführungskurse können je Firma abweichen. Gleiche Lots bedeuten daher nicht gleiches Risiko. Speichere je Konto eine eigene Grenze, skaliere Follower nach ihrem verfügbaren Risiko und sperre neue Orders vor dem internen Stop.

 

Sobald für jedes zulässige Konto eine eigene Equity-Grenze und ein geprüfter Sicherheitspuffer feststehen, kann FXCopy kontospezifische Lots und Schutzregeln anwenden, statt überall denselben Roh-Lotwert zu kopieren. Prüfe vorher, ob die aktuellen Bedingungen der jeweiligen Firma dein Setup erlauben.

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Checkliste vor der Session

  1. Aktuellen Regeltext, Programmname und Prüfdatum speichern
  2. Formel notieren und die heutige Geldgrenze ausrechnen
  3. Reset-Zeit in die eigene Arbeitszeitzone umrechnen
  4. Persönliche Stop-Grenze oberhalb der Regelverletzung setzen
  5. Offene Positionen, Pending Orders und Kosten zusammenrechnen
  6. Nach Reset oder Regeländerung neu kalkulieren

Häufige Fragen

Erhöht offener Gewinn den täglichen Spielraum?

Manchmal. Das hängt davon ab, ob Balance, Equity, High-Water-Mark oder ein fester Tageswert verwendet wird. Prüfe die aktuelle Formel deines Programms.

Sind Daily Loss und Maximum Loss identisch?

Nein. Das Tageslimit gilt für einen definierten Handelstag; das Gesamtloss-Limit setzt eine separate Kontogrenze. Beide können gleichzeitig greifen.

Kann Slippage einen Regelverstoß auslösen?

Ja. Nahe an der Grenze können ein schlechterer Fill, größerer Spread oder ein verzögerter kopierter Exit die Equity unter das Limit drücken.

Quellen und Bildnachweis

  • FTMO, Trading and Drawdowns: https://ftmo.com/blog/drawdowns/
  • FTMO, Trading Update vom 26. März 2026: https://ftmo.com/en/blog/trading-updates/trading-update-26-mar-2026/
  • CFTC, Risikohinweise zum Forexhandel: https://www.cftc.gov/LearnAndProtect/AdvisoriesAndArticles/CustomerAdvisory_MustKnowForex.html
  • Foto: Jakub Zerdzicki via Pexels, Pexels-Lizenz: https://www.pexels.com/photo/detailed-stock-market-analysis-workspace-36598869/

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